LYRV-27 spielt im heutigen Deutschland – auf Straßen, die du auf Google Maps findest, in Städten, die du vielleicht kennst. Was diese Welt von unserer unterscheidet, ist ein einziges Virus und die Frage, wie schnell alles zerfällt, wenn die Regeln, auf die wir uns verlassen, nicht mehr gelten. Hier ein Überblick über Figuren, Orte und Regeln – spoilerfrei, damit du auch einsteigen kannst, wenn du noch keinen Band gelesen hast.
Was ist LYRV-27?
LYRV-27 steht für Lyssa-Rabies-Variante 27 – eine erfundene Mutation, entfernt verwandt mit dem Tollwutvirus, die sich aber grundlegend anders verhält. Der Name ist klinisch und nüchtern, wie eine Aktennotiz aus einem Labor. Genau so taucht das Virus auch in der Geschichte auf: nicht als apokalyptischer Urknall, sondern als Randnotiz in den Nachrichten, die langsam wächst, bis sie alles verdrängt.
Was LYRV-27 mit dem Körper macht, wie es sich überträgt und warum die üblichen Maßnahmen nicht greifen, enthüllt die Reihe Band für Band. So viel sei verraten: Die Infizierten sind weder die langsamen, torkelnden Gestalten aus einem Romero-Film noch klassische „Untote“. Sie sind schnell, reagieren auf Reize und folgen Mustern, die die Überlebenden erst verstehen lernen müssen.
Die Figuren
Die Menschen in LYRV-27 sind keine Helden. Kein Ex-Soldat mit Überlebenstraining, keine geniale Wissenschaftlerin mit dem Heilmittel in der Jackentasche. Es sind Studenten, Geschwister, Nachbarn – Menschen, die morgens noch über verpasste Vorlesungen nachgedacht haben und abends um ihr Leben rennen.
Elias
Die Geschichte wird aus Elias' Sicht erzählt: Ich-Erzähler, Anfang zwanzig, studiert Medien und Kommunikation in Köln. Er jobbt im Café, lebt in einer WG, hat eine Schwester, die ihm wichtiger ist, als er zugeben würde, und eine Ex-Freundin, die fand, er sei „nicht genug da“. Elias ist kein Anführer. Er beobachtet, wägt ab, zögert zu lange – und handelt, wenn es drauf ankommt. Seine Stärke ist nicht Körperkraft, sondern dass er die Menschen um sich herum zusammenhält, auch wenn er selbst nicht weiß, wohin.
Kira
Elias' Mitbewohnerin. Kira sieht Dinge, die andere übersehen – ihr ist einmal aufgefallen, dass Elias langsamer geht, wenn er nachdenkt. Schnell im Kopf, mit einem trockenen Humor, der selbst in den dunkelsten Momenten noch funktioniert. Kira spricht aus, was alle denken, aber keiner sagen will.
Leo
Der zweite Mitbewohner. Leo studiert etwas Technisches – Datenstrukturen, Systementwurf, irgendwas in der Richtung. Sein Zimmer ist funktional aufgeräumt, alles hat seinen Platz. Er denkt, bevor er spricht, und wenn er spricht, sitzt jedes Wort. Leo versteht als Erster, was der Stromausfall wirklich bedeutet, und rechnet die Folgen durch, während die anderen noch hoffen, dass alles wieder gut wird. Pragmatisch, ruhig, manchmal erschreckend nüchtern.
Anna
Elias' ältere Schwester, angehende Ärztin im Praktischen Jahr. Zwischen Früh- und Spätdienst immer etwas gestresst, aber mit einer Belastbarkeit, die sich erst zeigt, wenn es wirklich darauf ankommt. Anna bringt medizinisches Wissen mit, das in der neuen Welt unbezahlbar ist – und die Beziehung der beiden Geschwister ist einer der stärksten Erzählstränge der Reihe.
Jonas
Jonas stößt während der Flucht aus Köln zur Gruppe – unter Umständen, die ihn sofort zu einem Teil des Kerns machen. Er kennt sich aus, denkt praktisch, hat Ortskenntnis. Zwischen ihm und Elias entsteht ein Vertrauen, das nicht auf langer Freundschaft beruht, sondern darauf, dass sie gemeinsam überlebt haben, was man allein nicht überlebt.
Fiona
Ein elfjähriges Mädchen, das Elias im Lauf der Reihe findet. Was Fiona erlebt hat, bevor die beiden sich begegnen, gehört zu den erschütterndsten Strängen der Geschichte. Sie spricht wenig, beobachtet viel und hat einen Blick, der nicht in ein Kindergesicht gehört. Die Verantwortung für Fiona verändert alles für Elias – sie gibt ihm einen Grund, der über sein eigenes Überleben hinausgeht.
Paul und Miriam
Zwei Menschen, die Elias im weiteren Verlauf kennenlernt und die für ihn unverzichtbar werden. Paul führt ruhig, fast beiläufig – er fragt, statt anzuordnen, aber die Art, wie er fragt, lässt am Ergebnis keinen Zweifel. Miriam ist die stille Kraft im Hintergrund, bis zu dem Moment, in dem Stille nicht mehr reicht. Beide werden für Elias zu etwas, womit er nicht gerechnet hat: zu so etwas wie Familie.
Die Figuren, die am meisten wirken, sind nicht die stärksten. Es sind die, die trotzdem weitergehen.
Die Orte
LYRV-27 spielt an echten Orten. Wenn eine Szene in Sülz spielt, dann im Kölner Stadtteil Sülz. Wenn die Flucht über den Grüngürtel führt, dann über den echten Grüngürtel. Das ist keine Kulisse – es ist der Versuch, eine Apokalypse so zu erzählen, dass du die Orte wiedererkennst.
Köln
Hier beginnt alles – und hierhin kehrt die Geschichte zurück. Die WG, das Café, in dem Elias jobbt, die Straßen, die er jeden Tag entlanggeht. Köln wird zur Quarantänezone, dann zur Todeszone und schließlich zu etwas Drittem, das man erst versteht, wenn man den dritten Band gelesen hat. Die Stadt verwandelt sich im Lauf der Reihe genauso erschütternd wie die Figuren.
Das Umland
Die Flucht führt über Landstraßen und Autobahnen, durch verlassene Dörfer und Gewerbegebiete. Das Umland ist nicht sicherer als die Stadt, nur anders gefährlich. Leere Tankstellen, in denen sich etwas bewegt. Landstraßen, auf denen man kilometerweit sieht – und nie sicher ist, ob man nicht selbst gesehen wird.
Der Bunker
Eine Anlage aus dem Kalten Krieg, atomsicher, autark, jahrzehntelang stillgelegt. In der neuen Welt wird sie zur ersten echten Zuflucht – aber „Sicherheit“ hat in LYRV-27 immer ein Ablaufdatum.
Das Kloster
Steinmauern, über zwei Meter hoch. Ein schweres Tor. Ein Innenhof. Eine Gemeinschaft, die sich organisiert hat – mit Vorräten, Feldern, eigener Wasserversorgung. Im Kloster entsteht zum ersten Mal so etwas wie Alltag. Und genau das macht es so schmerzhaft, wenn dieser Alltag bedroht wird.
Die Insel
Ein Rückzugsort mitten in einem See, nur über das Wasser erreichbar. Ein Kiesstrand, ein bewaldeter Kern, kein Strom, kein fließendes Wasser – aber auch keine Infizierten, die schwimmen können. Die Insel ist Zuflucht und Gefängnis zugleich. Hier beginnt die Frage, die den dritten Band prägt: Reicht Überleben – oder muss es mehr geben?
Mit jedem weiteren Band wird die Welt größer. Welche Orte in „Verrat“ dazukommen, verrate ich hier nicht.
Die Regeln
Jedes Zombie-Universum hat seine eigene Logik. In LYRV-27 habe ich versucht, Regeln zu schaffen, die in sich stimmig sind – auch wenn sie sich von dem unterscheiden, was man aus The Walking Dead oder 28 Days Later kennt.
Das Virus folgt einer Logik
LYRV-27 ist kein magischer Fluch. Es ist ein Erreger mit Eigenschaften, die im Lauf der Reihe immer klarer werden: Übertragungswege, Inkubationszeit, Verhaltensmuster der Infizierten. Die Figuren lernen diese Regeln – manchmal durch Beobachtung, manchmal durch schmerzhafte Erfahrung.
Die Infizierten sind schnell
Keine langsamen Schlurfer. Die Infizierten rennen, reagieren auf Geräusche, überwinden Hindernisse. Was sie nicht können – und das entdecken die Figuren erst nach und nach –, ist genauso wichtig wie das, was sie können. Jede dieser Schwächen wird überlebenswichtig.
Realismus vor Spektakel
Die Physik gilt. Türen halten, wenn sie aus Stahl sind. Benzin geht aus. Wer zwei Tage nicht geschlafen hat, ist müde. Handys funktionieren nicht ohne Netz, und das Netz funktioniert nicht ohne Strom. Diese Dinge sind in LYRV-27 nicht nur Hintergrund – sie treiben die Handlung. Leo erklärt einmal nüchtern, was ein Stromausfall für die Wasserversorgung einer Millionenstadt bedeutet. Danach will niemand mehr in Köln bleiben.
Niemand ist sicher
Eine Endzeit-Geschichte funktioniert nur, wenn die Bedrohung echt ist. In LYRV-27 können Figuren sterben – nicht als billiger Schockeffekt, sondern als Folge von Entscheidungen, die sie selbst oder andere getroffen haben. Das gilt für Nebenfiguren genauso wie für Menschen, die man über mehrere Bände ins Herz geschlossen hat.
Die wahre Gefahr sind die Menschen
Das Virus erschafft die Krise. Aber die Konflikte, die wirklich unter die Haut gehen, entstehen zwischen Menschen. Nicht durch Banden oder Warlords wie im Actionfilm, sondern durch einzelne Entscheidungen unter Druck. Ein Anführer, der zu weit geht. Jemand, der in der Not die Schwächeren opfert. Ein Militär, das hilft, aber auch kontrolliert – und dessen Absichten nicht immer durchschaubar sind. Klare Schurken gibt es in LYRV-27 selten. Es gibt Menschen, die unter extremem Druck Dinge tun, die sie selbst nicht für möglich gehalten hätten.
Einstieg in die Welt
Wenn du neugierig geworden bist, gibt es zwei gute Einstiegspunkte: Entweder du fängst direkt mit Band 1 an (hier ist die Reihenfolge) – oder du holst dir vorher die kostenlose Kurzgeschichte „Jonas“. Sie spielt vor der Hauptreihe und zeigt dir Ton und Stil, ohne etwas vorwegzunehmen.

Band 1 der LYRV-27-Reihe
Flucht aus Köln
Ein ganz normaler Morgen in Köln – dann bricht alles zusammen. Der Ausbruch beginnt.
E-Book 3,99 € · Taschenbuch 14,99 € · mit Kindle Unlimited 0,00 €
✍️ Signiert direkt vom Autor – 14,99 €, auf Wunsch mit Widmung
Und wenn dich Zombie-Literatur aus dem deutschsprachigen Raum interessiert oder du wissen willst, wie realistisch eine Zombie-Apokalypse in Deutschland wäre: Auch dazu habe ich geschrieben.


